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„Altar von St. Colomb. Anbetung der Könige “, Rogier van der Weyden - Beschreibung

„Altar von St. Colomb. Anbetung der Könige “, Rogier van der Weyden - Beschreibung

Altar von St. Colomb. Mittelplatte 138 x 153 cm, Seitenflügel 138 x 70 cm

Der Meister schreibt das großartige Triptychon „Anbetung der Könige“ (manchmal auch Altar des heiligen Kolumbus genannt, nach der Kirche, in der er sich lange Zeit befand), das der Geburt Christi gewidmet ist. Der Künstler stellte biblische Themen in eine reale Umgebung und mischte göttliches und irdisches. Trotz der Tatsache, dass das Bild gemäß den kirchlichen Traditionen mit vielen Symbolen gefüllt ist, wirkt es sehr lebendig und vergeistigt.

Lesen Sie den Altar von links nach rechts nach dem Plan des Malers.


Linker Flügel - Die Verkündigung, der strengste und höchste Teil des Triptychons. Die einfache Einrichtung des Raumes unterstreicht die Bedeutung des Geschehens. Erzengel Gabriel vermittelt die Botschaft der jungen Maria, die mit einem Gebetbuch in den Händen kniet. Ein wenig verwirrt hört sie aufmerksam auf seine Worte.

Die hellblaue Farbe der Kleidung des Mädchens, die schneeweißen Schattierungen des Botengewandes, der scharlachrote Überlauf von Samtvorhängen lösten das weiche, ätherische Leuchten von Marys zartem Gesicht aus. Eine weiße Taube schwebt in einem Strom goldener Strahlen, ein Zeichen der göttlichen Botschaft, und eine Lilie steht in einem Krug, ein Symbol für Unschuld und Reinheit.

Hauptteil - Weihnachten, der festlichste Teil des Altars. Die Mutter Gottes neigt leicht den Kopf und bewundert ihren Sohn, der auf ihrem Schoß liegt. Zu ihrer Linken stand Joseph in Ehrfurcht. Die ersten, die die Geburt Jesu begrüßen, sind die drei Zauberer, die nach dem Stern von Bethlehem kamen und über das Dach einer Scheune funkelten. Der älteste von ihnen kniet ehrfürchtig und berührt sanft das Baby. Der Rest wartet in der Schlange, um reiche Geschenke zu präsentieren. Und hinter ihnen ist eine lange Reihe von Menschen, die gekommen sind, um ein Wunder zu sehen.

Der Ausdruck von Gesichtern ist für jeden anders - von Überraschung und Neugier bis zu weiser Kontemplation und Nachdenklichkeit. Gewöhnlich lebende und absolut natürliche Menschen und nur die goldenen Strahlen, die um den Kopf scheinen, heben Maria und Jesus hervor. Es wird angenommen, dass Karl der Kühne auf dem Bild des Magiers rechts abgebildet ist.

Hier sind auch Tiere anwesend - neben der Krippe gibt es eine Kuh und einen Esel, ein kleiner italienischer Windhund liegt auf dem Boden. Im Hintergrund ist eine große helle Stadt mit detaillierten Häusern und Straßen. Und was für eine Vielfalt an Stoffen und Stilen, reichhaltige Dekorationen, sorgfältig und mit Liebe bemalt. Eine reiche Palette heller Farben erfüllt sich mit Freude und einem Gefühl des Glücks.

Rechter Flügel - Zum Tempel bringen, der feierlichste und erhabenste. Elder Simeon nimmt den kleinen Christus sorgfältig an, Anerkennung und Glaube leuchten in seinen Augen. Der Künstler vermittelt perfekt die Gefühle der Menschen: den ruhigen Stolz der Muttergottes, die Erwartung Josephs, die Traurigkeit und das Mitgefühl der Prophetin Anna. Auf den Händen des Mädchens in einem kleinen Korb befinden sich zwei Tauben - ein Sühnopfer.

Die Aktion findet in einer großen Kirche mit Tageslicht statt. Mit Buntglasfenstern verzierte Fenster, hohe Wände mit Säulenreihen verleihen dem Bild nicht nur Geräumigkeit, sondern zeigen auch die Bedeutung des Augenblicks auf. Warme Steintöne, helle, saubere Farben der Kleidungsstücke schaffen ein Gefühl von Zärtlichkeit und Frieden.

Das Bild kann lange betrachtet werden und findet immer mehr neue Details. Dieser lyrische, sehr gefühlvolle Altar, der die Freude an den Ereignissen vermittelt, nimmt zu Recht einen Platz unter den Meisterwerken der nördlichen Renaissance ein.


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