Museen und Kunst

"Pieta", Sandro Botticelli - Beschreibung des Gemäldes


Pieta - Sandro Botticelli. 107 x 71 cm

Zwischen 1495 und 1590 Sandro Botticelli schafft zwei emotionale Werke mit derselben dramatischen Handlung - "Trauer um Christus" oder "Pieta". Diese Zeit kann für den Meister der Renaissance nicht einfach genannt werden. Ein großer Eindruck in seiner Seele hinterließ die Hinrichtung des Mönchs Savonarola, dessen religiöse Predigten Botticelli bewunderte. Der innere Zusammenbruch fiel mit dem Aussterben der Popularität des Malers zusammen - sein Ruhm schwand. Zu diesem Zeitpunkt erschienen sehr realistische Bilder mit der durchdringendsten neutestamentlichen Erzählung. Die präsentierte Leinwand ist die erste „Pieta“.

Natürlich wurde diese Geschichte vor und nach Botticelli wiederholt mit einem Pinsel auf der Leinwand und einem Meißel aus Marmor reproduziert, aber vorher war die Geschichte noch nie so durchdringend und real. Eine Besonderheit der „Getränke“ des Malers war, dass Botticelli kein Lehrbuchkapitel aus der Bibel liest, sondern uns unwiderstehlichen menschlichen Kummer zeigt und unter dem Verlust eines geliebten Menschen leidet.

Die mehrfigurige Komposition ist zu einem Ganzen zusammengefasst, und das Bindeglied aller Anwesenden ist Trauer, unaussprechliches Leiden über eine unschuldige Seele, die den dornigen Weg zum Kreuz gehen und ungerecht und beschämend gekreuzigt werden durfte. Der Leib Jesu liegt auf dem Schoß der Mutter, ihr Gesicht ist fast unblutig wie taub gefroren. Über Maria steht Joseph von Arimathäa, der eine Dornen- und Nagelkrone in den Händen hält, die bis vor kurzem in die Arme und Beine Christi gehämmert worden war. Maria Magdalena fiel dem Erretter zu Füßen und klammerte sich an die Wunden des Märtyrers. Jemand, der um sie trauerte, bedeckte sein Gesicht vollständig mit seinen Händen und drückte den tiefsten Kummer aus. Auf dem Gesicht des toten Jesus wird Traurigkeit und Befreiung von der Qual gelesen. Sie könnten denken, dass er schläft. Alle Figuren sind ungefähr gleich groß und befinden sich in derselben Ebene.

Sandro Botticelli, bekannt für seine ruhigen Farbtöne der Palette, erfahrene Bilder der Madonnen, leidenschaftslose Porträts, schufen plötzlich ein ungewöhnlich emotionales durchdringendes Bild, und es ist nicht verwunderlich, dass es trotz des schnell schwindenden Ruhms des Künstlers nicht unbemerkt blieb. Einer der Zuschauer war Giorgio Vasari, Schriftsteller und Begründer der Kunstgeschichte. Er sah die erste „Pieta“ von Botticelli in der Kirche Santa Marna Maggiore (Florenz), für deren Altar sie geschrieben war, und hinterließ eine Beschreibung des Werkes.


Schau das Video: Poetry on canvas. Metamorphosis: Titian 2012. The National Gallery, London (Kann 2021).